KLARTEXT über die Familienschule Steyr

Was genau ist die Familienschule?

Die Privatschule Familienschule ist eine vom Landesschulrat OÖ und Bildungsministerium genehmigte ordentliche Schule in freier Trägerschaft mit der Schulkennzahl 402161. Sie umfasst den Unterricht für SchülerInnen von der 1. bis zur 9. Schulstufe.

Was bedeutet freie Trägerschaft?

Freie Trägerschaft bedeutet, dass die Schule weder zu einer öffentlichen Einrichtung gehört (Stadt, Land, Bund…) noch zu einer Religionsgemeinschaft. Der Träger der Familienschule Steyr ist ein privater gemeinnütziger Verein, der „Verein zur Förderung der Familienschule Steyr“.

Man liest so viel in letzter Zeit über alternative Schulen in Verbindung mit Staatsverweigerern und Sekten. Gehört die Familienschule auch dazu?

Nein! Definitiv nicht. Wir gründen unser Konzept auf ein humanistisches Menschenbild mit humanistisch/wissenschaftlicher Ausrichtung. Die Konzepte der Staatsverweigererszene, die in den Medien berichtet werden, stützen sich auf esoterische und unwissenschaftliche Inhalte, die wir bei uns kategorisch ablehnen.

Es gibt schon so viele Schulen in Steyr. Wieso braucht es nun noch die Familienschule?

1. Die Familienschule Steyr ist die einzige Schule im Pflichtschulbereich in Steyr und Steyr Land, die weder öffentlich ist, noch einer Religionsgemeinschaft zugezählt werden kann, sondern in freier Trägerschaft unabhängig arbeitet.

2. Unsere Schule stützt sich auf ein humanistisches Menschenbild und auf ausschließlich humanistische Werte. Dies bedeutet zum einen, dass wir niemals gemeinsam einen Gottesdienst besuchen werden (so wie dies obligatorisch zu Schulbeginn, Weihnachten oder Schulschluss an fast allen Schulen üblich ist).

Darüber hinaus verstehen wir den Religionsunterricht ausschließlich als Ethikunterricht. Dabei setzten wir auf philosophisch/ethische Inhalte in Verbindung mit Sozialer Kompetenz. So werden Bildungsprozesse angeregt, die ein ganzheitliches Verständnis über moralische Werte sowie ein Gesamtbild über Weltkulturen und Weltreligionen entstehen lassen soll.
Dadurch ist es möglich, dass alle Kinder aller Glaubensrichtungen mit oder ohne Bekenntnis gemeinsam und gleichwertig unsere Schule besuchen können – ohne Trennung nach Religionszugehörigkeit und ohne mit ihrer privaten familiären Glaubensrichtung in einen Konflikt zu geraten.

4. Die Familienschule bietet eine familiäre und entspannte Atmosphäre, mit nur wenigen Kindern, die gewährleisten soll, dass individuelle und selbst gesteuerte Bildungsprozesse angeregt werden können. Die SchülerInnen sind bei uns keinem Leistungsdruck ausgesetzt.

Wir unterstützen sie dabei, sich die Lerninhalte, die der Lehrplan vorsieht, in größtmöglicher Autonomie auf kindgerechte Art und Weise, anzueignen.

Das Wohl und die Individualität der Kinder stehen dabei an erster Stelle. Wichtige Voraussetzungen um Bildung im humanistischen Sinne entstehen zu lassen.

Welcher methodischen Kategorie ist die Familienschule zuzuordnen? Seid ihr eine Montessori – Schule oder bevorzugt ihr die Waldorfpädagogik? Nach welcher Methode arbeitet die Familienschule Steyr?

Unser Konzept beruht auf dem der Humanistischen Pädagogik.
Humanistische Pädagogik ist eine Einstellung und Praxis in der Erziehung und Bildung, die den Aspekten der Freiheit, der Wertschätzung, der Würde und der Integrität von Personen ein großes Gewicht beimisst. Ihre philosophischen Wurzeln hat sie in den Ideen des Humanismus und des Existenzialismus.
Die Ziele der humanistischen Pädagogik sind Folgende:
1. Sie akzeptiert die Bedürfnisse der Lernenden und stellt Erfahrungsmöglichkeiten und Programme zusammen, die ihr Potential berücksichtigen.
2. Sie erleichtert „Selbst-Aktualisierung“ (…nach Carl Rogers das grundlegende Motiv für das Tätigwerden des Menschen, um Autonomie und Selbstständigkeit zu erlangen. Dabei entwickelt er die zunehmende Bereitschaft, sich für jede Art von Erfahrung zu öffnen und sich und andere so anzunehmen, wie sie sind*) und versucht, in allen Personen ein Bewusstsein persönlicher Wertschätzung zu entwickeln.
3. Sie betont den Erwerb grundlegender Fähigkeiten, um in einer aus vielen Kulturen bestehenden Gesellschaft zu leben. Dies beinhaltet akademische, persönliche, zwischenmenschliche, kommunikative und ökonomische Bereiche.
4. Sie versucht, pädagogische Entscheidungen und Praktiken persönlich zu machen. Zu diesem Zweck beabsichtigt sie, die Lernenden in den Prozess der eigenen Erziehung miteinzubeziehen – vgl. schülerorientierter Unterricht
5. Sie erkennt die wichtige Rolle von Gefühlen an und verwendet persönliche Werte und Wahrnehmungen als wesentliche Teile des Erziehungsprozesses – vgl. Ganzheitliche Pädagogik
6. Sie entwickelt ein Lernklima, das persönliches Wachstum fördert und das von den Lernenden als interessant, verstehend, unterstützend und angstfrei empfunden wird.
7. Sie entwickelt in den Lernenden einen echten Respekt für den Wert des Mitmenschen sowie die Fähigkeit, Konflikte zu lösen (Sozialkompetenz).
Die Grundansätze der neueren humanistischen Pädagogik stammen aus der humanistischen Psychologie. Als wichtige Vertreter dieser Richtung sind Carl Rogers, Charlotte Bühler, Abraham Maslow und Paul Goodman zu nennen.
Vertreter aus früheren Zeiten sind u.a. Rousseau, Pestalozzi und Platon.*

*Verwendete Literatur
Stangl, W. (2018). Stichwort: ‚Selbstaktualisierung‘. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
WWW: http://lexikon.stangl.eu/15473/selbstaktualisierung/ (2018-08-27)
https://de.wikipedia.org/wiki/Humanistische_Pädagogik
Diplomarbeit Humanistische Lehrmethoden in technologischen Lernumgebungen von Matthias Brenner, Hanau.

Unter Berücksichtigung der genannten Ziele bedienen wir uns verschiedener pädagogischer Methoden, die wir für die entsprechende Situation und für den oder die jeweilige SchülerIn für angebracht halten. Ein besonderes Material bevorzugen wir nicht. Teilweise entsteht beim Lernen mit den SchülerInnen eigenes Material. Die möglichen Themenschwerpunkte werden kindgerecht aufgearbeitet und dem Schüler, der Schülerin angeboten. Die Art und Weise wie sich die Schüler und Schülerinnen die jeweiligen Themenschwerpunkte aneignen wollen wird gemeinsam besprochen und erarbeitet. Möglich sind Lernplattformen, Lernspiele, Experimente, Filme, Reportagen, Literatur, Hörbücher, Gruppenarbeit, Einzelarbeit, Probieren, Lern- und Arbeitsblätter….

Welche Personen stecken hinter der Familienschule?
Die Schulleiterin ist Jana Preisinger-Eberhardt. Sie ist für die pädagogisch/inhaltliche Aufarbeitung der Lernthemen zuständig. Außerdem ist sie die Hauptlernbegleiterin für alle Schülerinnen und Schüler. Darüber hinaus ist sie Kassierin vom Trägerverein.
Jana ist in Ostdeutschland aufgewachsen, hat zunächst eine 3-jährige kaufmännische Berufsausbildung abgeschlossen und danach an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig Sozialwesen studiert. Das Studium hat sie nach 9 Semestern mit dem akademischen Grad Dipl. Sozialarbeiterin/ Sozialpädagogin (FH) abgeschlossen. Nach dem Studium war sie in verschiedenen Bereichen der Sozialarbeit tätig. Unter anderem in der Familienberatung sowie in der Jugend- und Erwachsenenbildung. 2016 hat sie dann die Familienschule gegründet und ist seitdem deren Schulleiterin. Seit 2017 ist sie Bildungswissenschaftlerin in Ausbildung. Das ist insofern ein Vorteil für die Schule, da dadurch sämtliche lerntheoretischen und didaktischen Erkenntnisse direkt in den Unterricht einfließen können.
Unterstützung erhält Jana von Uschi Pausch. Uschi ist Lernhelferin und unterstützt Jana unmittelbar bei der Lernbegleitung. Außerdem ist sie die gute und ästhetische Seele der Schule, die für eine angenehme Atmosphäre sorgt. Uschi ist auch für das Projekt Soziale Kompetenz zuständig. Sie organisiert gemeinsam mit den Kindern einen Verkaufsstand auf dem Wochenmarkt deren Erlös einer sozialen Einrichtung zu Gute kommt. Zuletzt erhielt die Kinderstation des LKH Steyr daraus eine Spende.
Uschi ist auch in Deutschland aufgewachsen und hat eine 3-jährige kaufmännische Ausbildung abgeschlossen und einige Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Danach kam sie nach Österreich, hat gemeinsam mit ihrem Mann drei Kinder aufgezogen und eine ihrer Töchter drei Jahre im Hausunterricht unterrichtet. Ganz nebenbei hat sie ein Kinderbuch geschrieben („Heuschrecke Harry und das Feuer“) sowie die HAK für Berufstätige besucht. Derzeit befindet sie sich in der Ausbildung zur Berufs- und Sozialpädagogin an der Vitalakademie in Linz, die sie im Oktober mit einem Diplom abschließen wird.
Obmann des Vereins zur Förderung der Familienschule Steyr ist Gernot Preisinger, Ehemann von Jana. Gernot hat Psychologie studiert und im Juli seine Bachelorarbeit zum Thema „Förderung des Leseverständnis“ geschrieben. Seine Kompetenzen fließen bei der Aufbereitung der Lerninhalte ein ebenso wie bei der Diagnostik und Auflösung von Lernblockaden.

Unterstützung erhalten wir von verschiedenen FachlehrInnen, die bei Bedarf zur Vertiefung eines Stoffgebietes zur Verfügung stehen.

Weitere Antworten und Informationen unter http://www.familienschule-steyr.com oder
unter 0699 181 25 422 oder familienschule@gmx.at.

klartext über die Familienschule

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